SONIA WOHLFARTH STEINERT
FOTOGRAFIE
MASH UP
LICHTOBJEKTE
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Pressestimmen zu "MARIAS" (Auswahl)
Muttergottes zwischen Kitsch und Kunst
...In ihren Objekten entwickelt Sonia Wohlfarth Steinert zunächst naiv erscheinende Installationen mit Glanzbildchen und bunten Birnchen. Doch schnell zeigen sich Brüche...
Die Künstlerin hat sich, das wird deutlich, intensiv mit der Marienverehrung auseinandergesetzt und will die verklärte Jungfrau entmystifizieren, sie ihres Superstar-Images ein wenig entheben, um sie den Menschen wieder näher zu bringen...
Ralf Rohrmoser von Glasow, Kölner Stadt-Anzeiger, 2.6.2012
...Ihre Wandobjekte haben mich außerordentlich beeindruckt...
Dr. G. Wegner, Ev. Büro für die EXPO 2000
Objektkunst Marias
Es geht um die Leuchtkästen von Sonia Wohlfarth Steinert, um die Muttergottes, um den Variationsreichtum der Ausgestaltung der Marienfigur. Doch keine Angst: Heiligenverehrung findet nicht statt.
Zum Beispiel die Madonna als Mutter und Beschützerin der Natur: Umgeben vom Blinken betont billig bunter Reklamelämpchen ertrinkt sie fast in Kunststoffgänseblümchen. Das hat Hintersinn. Und das hat Humor.
Zum Beispiel "L´amour II". Maria tritt hier als Beschützerin und Beförderin der Liebe auf. Und in "War" ist die Heilige Jungfrau gar die Mutter aller Kriege.
Sonia Wohlfarth Steinert pointiert, polarisiert – zumal sie höchst ungewöhnliche Rollen für ihre Marias erfindet. Eine ironische wie tiefgründige Schau.
Harff-Peter Schönherr, Stadtblatt Osnabrück, 03/2004
Draußen ist es düster und grau, drinnen blinken bunte Lichter ... "Ich habe meine Kindheit in Lateinamerika verbracht. Da gibt es jede Menge bunte und glitzernde Lichter und Blumen in den Kirchen und Kapellen." Elemente aus dieser Welt mit ihrem bunten Kitsch hat SWS mit Gegenständen aus Deutschland ... verknüpft.
Z.B. die Mutter der Natur. Auf schreiend grünem Rasen wachsen weiße Gänseblümchen aus Plastik und immer wieder blinken auch rote, blaue und gelbe Plastikblumen auf. Mittendrin lächelt eine indische Madonna mit Blumen in den Händen ...
Die Wandobjekte mit den Madonnen sind nicht nur idyllisch und harmonisch sondern zeigen, dass die Welt im 21. Jahrhundert aus Gegensätzen besteht. Und davon gibt es bei den Marias jede Menge: Die Mutter des Krieges lauert hinter Stacheldraht, die Mutter der Liebe lockt mit einem riesigen roten Mund aus Plüsch: Und das soll alles die Heilige Maria sein?...
Birgit Schütte, SWR Freiburg
Maria für alle Lebenslagen
Osnabrücker Künstlerin beschäftigt sich mit Maria als Hüterin der Natur, Patronin der Liebenden, Herrscherin des Universums ...
Der Betrachter ihrer Objekte kann sich fragen: wofür ist Maria da, worum kann ich sie bitten, was bedeutet sie mir?...
Andrea Kolhoff, Kirchenbote, 9.5.2004
Maria thront in einer bunten Plastikwiese
Sonia Wohlfarth Steinert zeigt ... Objektkästen zum Thema Marienverehrung
... Bunt. grell. skurril...
Ironisierend stellt die Objektkünstlerin Marienverehrung in ihrer kitschigsten Variante bloß ...
NOZ, Tom Bullmann, 5.3.2004
Maria, die Vielgestaltige
... Keine der Darstellungen in den Objekt- und Leuchtkästen ist eindeutig. Warum auch? Schließlich handelt es sich weder um Altäre oder Andachtsbilder noch um Agitationskunst, vielmehr um ein individuell künstlerisches Aufgreifen der Vielgestaltigkeit und der sehr unterschiedlichen Rollen, in der die Jungfrau Maria allgegenwärtig scheint. Insofern sie an so verschiedenen Orten für so vieles, geradezu für alles und jedes in Anspruch genommen wird, ist sie notwendig auch mehrdeutig. Diese die Phantasie anregende Vielschichtigkeit spitzt Sonia Wohlfarth Steinert in den Objektkästen noch zu. Nicht nur, dass sie neue, auch fragwürdige Rollen für die Marias erfindet. Die ganz verschiedenartigen Marias können in ihren unterschiedlichen Rollen, mit einer je eigenen Geschichte und in ihren oft widersprüchlichen Ambientes immer aufs neue Stimmungen und Gefühle ansprechen und anregen ...
Prof. Martin Damus, Kunsthistoriker, Uni Osnabrück
... In der Werkphase "Marias Make Money" beschäftigt sich die Künstlerin mit dem globalen Phänomen der Marienverehrung in Vergangenheit und Gegenwart. Geprägt ist die Künstlerin durch ihre Kindheit in Lateinamerika (Peru) und die dort erlebte volkstümliche Mischung aus Marienkult und Devotionalienhandel.
Sonia Wohlfarth Steinert hat sich mit den unterschiedlichsten Formen der Marienverehrung in Teilen der Welt auseinandergesetzt. Sie hat in Bezug zum Marienkult stehende Materialien und Devotionalien gesammelt und diese in ihre "Marien-Objektkästen" integriert. Deutlich wird so nicht nur die Loslösung der Marienfigur aus
ihrem einstigen christlichen Kontext, sondern auch die volkstümliche Formung sowie die Aneignung christlicher Vorstellungen für trivialste (z.B. industrielle und touristische) Bedürfnisse.
André Lindhorst, Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück